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Wohnumfeldverbesserung: Sicher leben, länger zuhause.
Kleine Umbauten, große Wirkung
Wohnumfeldverbesserung gemäß § 40 Absatz 4 SGB XI ist eine Leistung der Pflegekasse, die es Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 ermöglicht, ihre Wohnräume barrierefrei und sicher zu gestalten. Die typische Maßnahme ist der Umbau von Badezimmern: Installation von bodengleichen Duschen, Haltegriffen, erhöhten WC-Sitzen und rutschsicheren Böden — diese Maßnahmen reduzieren das Sturzrisiko um 50 bis 60 Prozent. Türverbreiterungen ermöglichen die Nutzung mit Rollstuhl oder Rollator und kosten zwischen 1.000 und 4.000 Euro je nach Umfang. Der Schwellenabbau ist eine relativ preiswerte Maßnahme (800 bis 2.500 Euro), aber enorm wirksam — bereits ein bis zwei Zentimeter hohe Türschwellen können für Menschen im Rollstuhl unüberwindbar sein. Treppenlifte ermöglichen die Nutzung mehrgeschossiger Wohnungen. Rampen für den Hauseingang erleichtern den Zugang mit Rollstuhl oder Rollator. Haltegriffe im Flur, an Treppen und in gefährlichen Bereichen sind simple, aber hochwirksame Präventionsmaßnahmen. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, dass der Pflegebedürftige so lange und so unabhängig wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben kann.
Zuhause bleiben statt umziehen
Der entscheidende Vorteil von Wohnumfeldverbesserung liegt darin, dass der Mensch in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann — mit den eigenen Möbeln, Erinnerungsstücken, Fotos an den Wänden und all den kleinen Gewohnheiten, die ein Zuhause ausmachen. Durch rechtzeitige Wohnumfeldverbesserung kann ein Umzug in ein Pflegeheim um Jahre hinausgezögert oder sogar ganz vermieden werden. Das Sturzrisiko wird durch Schwellenabbau, Haltegriffe, bessere Beleuchtung und rutschsichere Böden um etwa 30 bis 50 Prozent gesenkt, was weniger Knochenbrüche, Krankenhausaufenthalte und Funktionsverlust bedeutet. Für pflegende Angehörige bedeutet eine barrierearme Wohnung deutlich weniger körperliche Belastung: Ein Rollstuhl passt durch breitere Türen, Haltegriffe ermöglichen sicherere Transfers, und das Badezimmer ist sicher zu navigieren. Eine barrierefreie Wohnung ist zudem leichter zu reinigen und steigert langfristig den Immobilienwert. Für Menschen mit fortschreitenden neurologischen Erkrankungen ermöglicht frühe Wohnumfeldverbesserung einen graduellen, würdevollen Übergang ohne abrupte Lebensveränderungen.
Bis zu 4.180 € pro Maßnahme — und kombinierbar
Die Pflegekasse stellt für Wohnumfeldverbesserungen nach § 40 Absatz 4 SGB XI einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme bereit — dieser Betrag gilt für jede einzelne Verbesserungsmaßnahme, nicht für alle zusammen. Das bedeutet: Ein Badumbau für 12.000 Euro erhält 4.180 Euro Zuschuss, ein anschließend installierter Treppenlift für 10.000 Euro erhält erneut bis zu 4.180 Euro. Wenn mehrere Pflegebedürftige im selben Haushalt leben, multiplizieren sich die Zuschüsse: Jeder erhält einen eigenen Zuschuss, sodass die Gesamtförderung auf bis zu 16.720 Euro ansteigen kann. Die KfW-Bank bietet über das Programm 455-B einen zusätzlichen Zuschuss von bis zu 6.250 Euro an, der mit der Pflegekasse-Förderung kombiniert werden kann — zusammen bis zu 10.430 Euro pro Maßnahme. Viele Bundesländer bieten zusätzliche Förderprogramme an. Kritischer Punkt: Der Antrag bei der Pflegekasse MUSS vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden — wer danach antellt, erhält keinen Zuschuss.
Unser Fazit für Sie
Wohnumfeldverbesserung ist eine oft unterschätzte, aber unglaublich wirksame Leistung, die es Pflegebedürftigen ermöglicht, lange und selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu bleiben. Mit bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme — und mehr bei Kombination mit KfW-Förderung — sind die Zuschusspotenziale erheblich. Bei Pflegerat24 helfen wir Ihnen, notwendige Umbauten zu identifizieren, Angebote einzuholen und alle Anträge zu stellen — nehmen Sie Kontakt auf für eine kostenlose Erstberatung.
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