Was ist ein Hausnotruf?
Ein Hausnotruf ist ein technisches Sicherheitssystem,
das pflegebedürftigen oder alleinlebenden Menschen rund um die Uhr Hilfe
in den eigenen vier Wänden garantiert. Über einen kleinen, wasserdichten
Notrufknopf am Armband oder als Halskette kann jederzeit per Knopfdruck
ein Notruf ausgelöst werden – ganz ohne Telefon, ganz ohne
Smartphone. Der Hausnotruf gibt sowohl Senioren als auch ihren Angehörigen
ein gutes Stück mehr Sicherheit im Alltag.
Wie funktioniert ein Hausnotruf?
Das System besteht aus zwei Komponenten: einer Basisstation,
die in der Wohnung an Strom und Telefon- oder Mobilfunknetz angeschlossen
wird, und einem leichten Funksender, den die nutzende
Person ständig am Körper trägt. Im Ernstfall – etwa nach einem
Sturz, bei plötzlichem Unwohlsein oder einem Schwächeanfall – genügt
ein einziger Knopfdruck. Die Basisstation stellt automatisch eine
Sprechverbindung zur 24-Stunden-Notrufzentrale her.
Geschultes Personal nimmt sofort Kontakt auf, klärt die Lage und
informiert je nach Situation Angehörige, den ambulanten Pflegedienst,
den Hausarzt oder den Rettungsdienst.
Welche Leistungen sind im Hausnotruf enthalten?
Je nach Tarif werden unterschiedliche Leistungen angeboten. Der
Basistarif umfasst typischerweise die Basisstation,
einen Funksender, die Einrichtung vor Ort sowie die ständige Anbindung
an die Notrufzentrale. Erweiterte Pakete enthalten zusätzlich ein
Schlüsseldepot für den schnellen Zugang der
Rettungskräfte, einen Sturzsensor mit automatischer
Auslösung, einen täglichen Sicherheits-Check oder einen
mobilen Hausnotruf mit GPS-Ortung für unterwegs.
Übernimmt die Pflegekasse die Kosten?
Ja. Bei einem anerkannten Pflegegrad ab 1 ist der
Hausnotruf als technisches Pflegehilfsmittel nach
§ 40 SGB XI anerkannt. Die Pflegekasse
übernimmt in der Regel die monatlichen Grundkosten bis zu
25,50 € sowie eine einmalige Anschlussgebühr.
Voraussetzung ist meist, dass die pflegebedürftige Person überwiegend
allein lebt oder häufig allein ist und in einer Notlage nicht
selbstständig Hilfe rufen könnte. Den Antrag stellen Sie direkt bei
Ihrer Pflegekasse – auf Wunsch unterstützen wir Sie dabei.
Für wen ist ein Hausnotruf sinnvoll?
Ein Hausnotruf für Senioren ist besonders empfehlenswert
für ältere Menschen, die allein wohnen, für Personen mit erhöhtem
Sturzrisiko, bei chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden,
Diabetes oder Epilepsie sowie nach einem Krankenhausaufenthalt. Auch
pflegende Angehörige profitieren: Sie wissen, dass ihre Lieben im Notfall
jederzeit Hilfe rufen können – selbst dann, wenn niemand vor Ort
ist.
Welche Hausnotruf-Anbieter gibt es?
In Deutschland bieten unter anderem
ASB, Johanniter, Malteser, DRK und Caritas
Hausnotruf-Systeme an, ergänzt durch private Anbieter wie Libify,
Vitakt oder DeutschlandSIM. Leistungen, monatliche Gebühren,
technische Ausstattung und Zusatzfunktionen unterscheiden sich
teilweise deutlich. Manche Anbieter punkten mit einer modernen
IP-Basisstation, andere mit einem flächendeckenden Außendienst, der
das Gerät persönlich installiert und in die Bedienung einweist.
Was kostet ein Hausnotruf ohne Pflegegrad?
Wer keinen Pflegegrad hat oder die Voraussetzungen für die volle
Kostenübernahme nicht erfüllt, zahlt den Hausnotruf in der Regel
komplett selbst. Die monatlichen Grundgebühren liegen je nach
Anbieter und Paket meist zwischen 20 und 50 Euro.
Hinzu kommen oft einmalige Anschluss- oder Einrichtungsgebühren von
rund 10 bis 60 Euro. Zusatzleistungen wie
Schlüsseldepot, Sturzsensor, Rauchmelder mit Notruffunktion oder
mobiler Hausnotruf mit GPS werden meist als monatlicher Aufpreis
berechnet. Es lohnt sich, mehrere Anbieter zu vergleichen, da die
Preisspanne erheblich ist.
Wie schnell ist der Hausnotruf einsatzbereit?
In der Regel ist ein Hausnotruf innerhalb weniger Werktage
installiert und einsatzbereit. Nach der Anfrage nimmt der Anbieter
Kontakt auf, vereinbart einen Termin für die Lieferung und richtet
die Basisstation entweder per Selbstinstallation (mit klarer
Anleitung) oder direkt vor Ort durch einen Techniker ein. Anschließend
wird der Notrufknopf getestet und die Verbindung zur Notrufzentrale
überprüft. Sind die Daten der Person, ihrer Angehörigen und der
medizinischen Vorgeschichte hinterlegt, ist der Hausnotruf
24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr verfügbar.
Worauf sollten Sie beim Hausnotruf-Vergleich achten?
Vor der Entscheidung lohnt es sich, mehrere Punkte gegenüberzustellen:
- Höhe der monatlichen Grundgebühr und der einmaligen Anschlussgebühr
- Reaktionszeit und Erreichbarkeit der Notrufzentrale
- Verfügbarkeit eines Schlüsseldepots in Ihrer Region
- Optionale Funktionen wie Sturzsensor oder GPS-Ortung
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen (oft monatlich kündbar)
- Service vor Ort: Wird das Gerät installiert oder selbst angeschlossen?
- Erfahrungen und Bewertungen anderer Nutzerinnen und Nutzer
Wer diese Punkte vergleicht, findet einen Hausnotruf, der zu seinem
Alltag, seinem Wohnumfeld und seinem Budget passt – und nicht nur
zum günstigsten Tarif.
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