Was kostet ein barrierefreier Badumbau?
Der Preis hängt davon ab, wie tief in das Bad eingegriffen wird. Der Klassiker
„Wanne raus, Dusche rein“ liegt inklusive Abriss,
Abdichtung, Fliesen und Montage meist zwischen rund 4.000 und 9.000 Euro. Wird eine
vorhandene Dusche schwellenlos umgebaut, sind es häufig 2.500 bis
6.000 Euro, weil Abfluss und Gefälle neu aufgebaut werden müssen. Eine
Badewanne mit Tür beginnt als nachträglicher Türeinsatz bei etwa
1.800 Euro; eine komplette neue Wanne mit Einstieg kostet je nach Modell 3.500 bis
8.000 Euro. Ein kompletter barrierefreier Umbau mit unterfahrbarem
Waschtisch, erhöhtem WC und verbreiterter Tür liegt je nach Größe deutlich darüber.
Aufpreise entstehen typischerweise durch das Verlegen von Leitungen, tragende Wände,
Altbau-Estrich oder sehr kleine Grundrisse.
4.180 Euro Zuschuss von der Pflegekasse
Ein barrierefreier Badumbau gilt als wohnumfeldverbessernde Maßnahme
nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Die Pflegekasse bezuschusst eine solche
Maßnahme mit bis zu 4.180 Euro. Voraussetzung ist mindestens
Pflegegrad 1 und dass der Umbau die häusliche Pflege ermöglicht,
erheblich erleichtert oder eine selbstständigere Lebensführung wiederherstellt.
Genau das trifft auf das Bad besonders oft zu, weil Wannenrand und Duschtasse die
häufigste Sturzquelle in der Wohnung sind. Leben mehrere Pflegebedürftige in
einem Haushalt, können die Zuschüsse zusammengelegt werden – bei vier
Personen also bis zu 16.720 Euro. Je nach Einkommen kann die Pflegekasse eine
angemessene Eigenbeteiligung verlangen.
Zuschuss richtig beantragen
Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag sollte vor Beginn der Arbeiten
bei der Pflegekasse eingehen. Wer die alte Wanne zuerst herausreißen lässt,
riskiert, dass der Zuschuss abgelehnt wird. Benötigt werden in der Regel ein
formloser Antrag mit Begründung, ein Kostenvoranschlag des
Fachbetriebs und Angaben zur Wohnsituation – hilfreich sind Fotos des heutigen
Bades. Die Pflegekasse entscheidet meist innerhalb weniger Wochen; erst nach der
Bewilligung wird beauftragt. Ein guter Anbieter unterstützt bei den Unterlagen, oft
auch beim Antrag auf einen Pflegegrad.
Welche Umbauten sind sinnvoll?
- Bodengleiche Dusche: kein Rand, kein Stolpern – die
wirksamste Einzelmaßnahme im Bad.
- Haltegriffe und Duschsitz: günstig, schnell montiert und
sofort spürbar sicherer.
- Rutschhemmende Fliesen: Bewertungsgruppe B oder R10 statt
glatter Feinsteinzeug-Optik.
- Erhöhtes WC: etwa 46 bis 48 cm Sitzhöhe, mit klappbaren
Stützgriffen.
- Unterfahrbarer Waschtisch: nötig, wenn ein Rollstuhl oder
Duschstuhl genutzt wird.
- Türverbreiterung und nach außen öffnende Tür: damit im Notfall
geholfen werden kann, auch wenn jemand hinter der Tür liegt.
Wanne zu Dusche, Wanne mit Tür oder Komplettumbau?
Wanne zu Dusche ist die häufigste Lösung: Sie schafft dauerhaft
Sicherheit und ist meist an zwei bis drei Tagen erledigt. Eine Wanne mit
Tür lohnt sich, wenn das Baden ausdrücklich erhalten bleiben soll –
beachten Sie aber, dass man in der Wanne sitzen bleiben muss, bis das Wasser
abgelaufen ist. Ein Türeinsatz in die vorhandene Wanne ist die
günstigste Variante, aber nur bei geeigneten Wannenmodellen möglich. Ein
Komplettumbau ist sinnvoll, wenn ohnehin saniert werden muss oder
ein Rollstuhl genutzt wird – dann sollten Grundriss, Türbreite und
Bewegungsflächen gleich mitgeplant werden.
Weitere Fördermöglichkeiten ohne Pflegegrad
Auch ohne Pflegegrad gibt es Wege, die Kosten zu senken: Über die
KfW-Förderung „Altersgerecht Umbauen“ sind zinsgünstige
Kredite und – je nach Mittelverfügbarkeit – Zuschüsse möglich. Viele
Bundesländer, Kommunen und Stiftungen fördern Barrierefreiheit zusätzlich. Steuerlich
lassen sich Handwerkerleistungen nach § 35a EStG mit 20 Prozent
des Lohnanteils (maximal 1.200 Euro im Jahr) absetzen; bei nachgewiesener
medizinischer Notwendigkeit kommt ein Abzug als außergewöhnliche
Belastung in Betracht. Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall zahlt die
Berufsgenossenschaft, bei anerkannter Schädigung ggf. die Unfall- oder
Rentenversicherung.
Badumbau in Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft
Mieterinnen und Mieter haben nach § 554 BGB grundsätzlich
Anspruch darauf, dass der Vermieter eine barrierefreie Umbaumaßnahme erlaubt –
im Gegenzug kann er einen Rückbau bei Auszug und eine Sicherheitsleistung verlangen.
In der Praxis lohnt sich das Gespräch: Viele Vermieter beteiligen sich, weil ein
barrierefreies Bad die Wohnung dauerhaft aufwertet. In einer
Wohnungseigentümergemeinschaft besteht nach § 20 Abs. 2 WEG ein
Anspruch auf angemessene bauliche Veränderungen zur Barrierefreiheit; die Kosten
trägt die anspruchstellende Person. Wird an Steigleitungen gearbeitet, ist ein
Beschluss der Gemeinschaft nötig.
Wie lange dauert der Umbau?
Nach der Anfrage kommt ein Fachbetrieb zum kostenlosen Aufmaß vor
Ort, meist innerhalb weniger Tage. Der Tausch Wanne gegen Dusche
dauert in der Regel zwei bis drei Arbeitstage, inklusive Abdichtung und Trockenzeit
der Fliesen. Ein nachträglicher Türeinsatz in die vorhandene Wanne
ist oft an einem Tag erledigt. Ein kompletter Badumbau braucht ein
bis drei Wochen. Viele Betriebe arbeiten so, dass das WC durchgehend nutzbar bleibt
– fragen Sie danach, wenn kein zweites Bad zur Verfügung steht.
Worauf sollten Sie bei der Anbieterwahl achten?
- Kostenloses Aufmaß vor Ort und ein schriftliches Festpreis-Angebot
ohne versteckte Positionen
- Unterstützung beim Zuschussantrag der Pflegekasse
- Alle Gewerke aus einer Hand: Sanitär, Fliesen, Elektrik und Entsorgung
- Verbindliche Angabe, wie lange das Bad nicht nutzbar ist
- Nachweisbare Erfahrung mit barrierefreien Bädern, nicht nur mit Sanierung
- Gewährleistung schriftlich, besonders auf die Abdichtung unter der Dusche
- Keine Unterschrift unter Druck am Küchentisch – seriöse Anbieter lassen
Bedenkzeit
Wer zwei bis drei Angebote vergleicht, zahlt bei gleicher Ausführung häufig deutlich
weniger – die Preisunterschiede zwischen Fachbetrieben sind beim Badumbau
besonders groß.
Badumbau über Pflegerat24 finden
Über Pflegerat24 vergleichen wir für Sie kostenlos geprüfte
Badumbau-Fachbetriebe in Ihrer Region und schlagen Ihnen einen
passenden Anbieter vor – inklusive Beratung zum Zuschuss von bis zu 4.180 Euro,
unverbindlich, kostenfrei und in wenigen Minuten erledigt.
Sie sparen sich stundenlange Recherche und Telefonate. Wir kümmern uns um die Suche,
Sie entscheiden in Ruhe.